Ü b e r U n s
HISRIM-WEINE
D i e G e s c h i c h t e d e r F a m i l i e H ı s r i m m i t W e i n
Im türkischen Volksmund wird der unreife Zustand der Traube als “ Koruk “ bezeichnet. Im Arabischen nennt man diesen Zustand der Traube “ HISRIM “
Diese vor Jahrhunderten entdeckte heilkräftige Beerenfrucht Hısrım wurde eines Tages als Beiname einer Familie bekannt, die um 1700 in Mardin lebte. Der erste namentlich bekannte Vorfahre der Familie schaffte es, aus der Traube einen wunderbaren Farbstoff zu gewinnen, eine wichtige Erfindung für die damalige Zeit. Noch immer verwendet man diesen Farbstoff zum Färben von Textilien und Teppichen, aber auch in vielen anderen Bereichen. Die Leidenschaft für Trauben und das Wissen über diese Frucht begleitet die Familienmitglieder, ohne je zu verblassen, seit nunmehr 300 Jahren bis in die Gegenwart. Auch heute zeugen zahlreiche Werke von der Farbkompetenz der Familie Hısrım.
HISRIM-WEINE
G e s c h i c h t e d e r F a m i l i e H i s r i m
Wie aus unserem Familienstammbaum hervorgeht, leben alle unsere Familienmitglieder seit drei Jahrhunderten, in Mardin.
Im 20 Jh. ist ein Teil unserer Familie aus verschiedenen Gründen in andere Länder ausgewandert. Meine Nachforschungen belegen, in 15 Ländern weltweit leben Mitglieder der Familie Hısrım, wobei einige Verwandte vermisst werden oder über deren Verbleib keine Informationen vorliegen.
Trotz allem pflege ich den Kontakt zu unseren Verwandten, die mit uns in Verbindung stehen. Mit großer Freude berichte ich jenen, die über ihre Wurzeln erfahren wollen und unser Land besuchen, über ihre Herkunft. Ein Stammbaum unserer Familie, den ich von meinem verstorbenen Großvater geerbt habe und an dem ich seit 35 Jahren weiterarbeite, hilft mir dabei.
Eine Reise nach Brasilien im Jahre 1997 bot mir die Gelegenheit, viele meiner Verwandten zu treffen. Es war die bisher schönste und gefühlsintensivste Reise meines Lebens. Am Tag unseres großen Familientreffens dort nahmen etwa 120 Personen teil. Es war so als hätten wir uns erst vor kurzem getrennt; wir waren vertraut miteinander und voller Emotionen. Diese Menschen, deren Großväter vor 110 Jahren aus Mardin eingewandert waren, empfingen das erste Mal einen Besucher aus der alten Heimat. Diese Erfahrung machte mir deutlich, dass familiäre Verbindungen trotz weiter Entfernungen stark sein und sich über die Dauer von Jahren weiter intensivieren können
Man stelle sich fünf Geschwister vor, die mit nichts als einem Koffer in ihrer Hand und ihren Familien ans andere Ende der Welt ziehen. Jedes dieser Geschwister führt in der Jackentasche eine Kopie des Stammbaumes aus Mardin mit sich. Ich hatte auf meiner Brasilienreise das große Glück diesen Stammbaum mir anzuschauen. Den Papieren haftete der Geruch von Geschichte und Familie an.
Als wir alle noch in Mardin lebten, hat unsere Familie der Gemeinschaft dort zahlreiche Dienste erwiesen und Werke geschaffen. Ein Großteil davon ist bis heute erhalten geblieben. Insbesondere jene Werke, die der Handwerkskunst entstammen, sind von Bedeutung.
Der Vater meines Großvaters aus der Familie Hısrım begann seine Geschäfte mit der Herstellung von Schmuck. Auch ich bin seit nunmehr 55 Jahren als Juwelier tätig. Bereits als 7-8 jähriger arbeitete ich in den Sommerferien in der Familienwerkstatt, wo ich die Feinheiten meines Berufes erlernte.
Fast alle Werke unserer Vorfahren in Mardin sind handwerklich gefertigt.
In unserem Stammbaum sind etwa 660 Personen aufgeführt, von denen bereits einige verstorben sind. Berücksichtigt man die vermissten Familienmitglieder, so kann diese Zahl auf 800 Personen ansteigen. Rund 250 Mitglieder unseres Stammbaums leben in Istanbul.
Zur Stärkung des Familiengefühls und des Miteinanders organisierte ich 1998 ein „Erstes Familientreffen in Istanbul“, an dem auch unsere Verwandten aus Brasilien teilnahmen. Im Jahre 2022 fand das “Zweite Familientreffen“, diesmal auch mit unseren geschätzten Verwandten aus Argentinien, statt. Für dieses Treffen schrieb ich hunderte von Mails, führte Telefonate und Whatsapp-Gespräche. Einige meiner Gesprächspartner wussten nicht einmal, dass sie Mitglieder einer so großen Familie sind: Sie befanden sich in einem Wechselbad der Gefühle, Wehmut und Freude wechselten sich ab. Um die fehlenden Teile des Stammbaums zu ergänzen, bat ich Alle um die ältesten Informationen und Fotos ihrer Großväter und fügte sie meinem Archiv hinzu. Das war eine große Freude für alle Familienmitglieder weltweit.
Ich bin froh, für die Zukunft ein für uns einzigartiges und verbindendes Erbe hinterlassen zu können.
Der Beiname unserer Familie, Hısrım, hat im Laufe der Zeit zahlreiche Änderungen durch Heirat, Namenswechsel etc. erfahren. Da der Beiname Hanaşe in Mardin häufig verwendet wurde, ist dieser Familienname bekannter. Später wechselte man auch diesen Namen auf Güzeliş.
HISRIM – HELVACI – HANAŞE – ANACHE – SARE – ÖZKARDEŞLER – GEZER UND GÜZELİŞ
Mesopotamien ist seit jeher als Region für den Anbau und Genuss von Wein bekannt. Der fruchtbare Boden und das Klima sind für den Weinanbau besonders geeignet.
Ich erinnere mich daran, wie ich als kleiner Junge von sieben oder acht Jahren die Trauben meines Großvaters in einem Fass mit meinen kleinen Füßen zerstampfte. Mein Großvater Cırcıs Hanaşe Güzeliş pflegte mir zu erzählen wie er echte Hausweine nach einem Rezept seines Großvaters, Hanna Helvacı Hısrım, herstellte. Die Stimme meines verstorbenen Großvaters klingt noch immer in meinen Ohren. Noch immer sehe ich sein voller Stolz lächelndes Gesicht vor mir, wenn er mir gelegentlich vom Rezept seines Großvaters und der Weinherstellung berichtete.
Die aus Trauben gewonnenen Farben bewahrten Jahrhunderte lang ihre Intensität ohne zu verblassen. Die Herstellung der komplexen Farbformel war ein derart schwieriges Unterfangen,dass sich daraus in der Region ein Sprichwort entwickelte. Es heißt : ” Ist es denn eine Arbeit der Hısrım, dass es sich so schwierig gestaltet ? ” Noch immer wird dieses Sprichwort in der Gemeinde in meiner Heimat verwendet. Als ich auf meiner ersten Reise nach Mardin diesen Ausdruck hörte, war ich sehr gerührt.
Vor einigen Jahren stieß ich zufällig auf einige Dokumente, die mich wieder an meine Kindheit, die Erzählungen meines Großvaters und an seine Weintrauben erinnerten. Ich erkannte, die Methoden meines Großvaters für den Anbau- und die Herstellung von Wein sind eine einzigartige Quelle und ein unvorstellbarer Segen für mich.
Die Dankbarkeit gegenüber meinen Vorfahren regte die Idee zu einem Projekt an, mit dem ich das Erbe meiner Großväter weiterhin am Leben halten, dem Namen unserer Familie ein Denkmal setzen und vor allem, das ich mit anderen Menschen teilen kann.
Die Tradition der Weinherstellung sollte auf bestmögliche Weise mit dem Anspruch und Erfordernissen der Gegenwart in Einklang gebracht werden. Ich nahm Kontakt zu Fachleuten auf, um alle, uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen.
Mit der Unterstützung von Herrn Saba Açıkgöz, einem der angesehensten Önologen unseres Landes, wurde schließlich ein großartiger Wein mit einer wahren Geschichte geschaffen; es gelang uns, das höchste Qualitätsniveau zu erreichen.
Diese Geschichte unseres Weins ist die Geschichte der Stadt Mardin und den Aramäern, über die Menschen erfahren sollten.
Ich bin stolz und glücklich, diesem Projekt, über das oben Geschilderte, auch noch eine weitere Bedeutung zukommen zu lassen.
Seit Jahrhunderten hat meine Familie alle zur Verfügung stehenden ideellen und materiellen Mittel eingesetzt, um ihre Kirchen und Klostern zu erhalten und zu schützen. Ich bin ebenfalls zur Fortsetzung dieser Tradition entschlossen. Daher werden die Einnahmen aus diesem Projekt dem Kloster Deyrülzafaran zugute kommen, das der dringenden finanziellen Unterstützung bedarf.
Die Möglichkeiten und technischen Mittel der heutigen Zeit verhelfen dem Weinanbau in unserer Region zu einem besonderen Potential. Durch langjährige Bemühung wurden in Nordmesopotamien 100-150 Jahre alte Rebstöcke wiederbelebt und die besten Trauben der Region gewonnen.
Es sind die Ländereien von Midin, einem der Dörfer Mardins, dessen Erde seit jeher ertragreich bewirtschaftet wird, und auf dem hochwertige Trauben wachsen. Mit diesen Trauben können wir Wein von bester Qualität herstellen.
Die in Midin angebauten Trauben, lokal mit dem Namen ” Mazrona, Karkuş, Bılbızeki, Raşe Gurnik, Gavdoni, Kıttıl ” Nefs bekannt, gehören zur Sorte ” Boğazkere, Öküzgözü ” . In eigens für die Weinherstellung aus Frankreich importierten Eichenfässern ruhen die Trauben mehrere Monate. Der hochwertige Boden, die Sonne und die Weinfässer verleihen unserem Wein ganz besondere Aromen. Bei guter Lagerung können die Weine bis zu 20 Jahren reifen.
Durch die 300-jährige Tradition der Familie Hısrım in der Weinherstellung, den besten, in der Region angebauten Trauben bieten wir ihnen höchste Qualität beim Weingenuss. Dieser Wein reifte 10 Monate lang in den besten Eichenfässern der Welt.
Unser Wein wird als Red Dry – trockener Rotwein – hergestellt.
Es wird empfohlen, den Wein kühl und bei Zimmertemperatur zu trinken. (Anmerkung: kühl oder Zimmertemperatur …oder soll es heissen: „kühl zu lagern und bei Zimmertemperatur zu trinken?)
Dies ist ein ” Mardin – Wein “
Dies ist ein ” Kulturerbe von Mardin “
İlhan Güzeliş Hanaşe Helvacı Hısrım